Maratona di lettura – Lesemarathon – Grazia Deledda

Datum/Zeit

Montag, 09.03.2026
17:00 Uhr

Veranstaltungsort

Stadtbibliothek Bremen
Am Wall 201, 28195 Bremen

Grazia Deledda steht im Fokus der mittlerweile 12. Ausgabe des VDIG-Lesemarathons

Grazia Deledda. Gemälde von Plinio Nomellini aus dem Jahre 1914

Der VDIG-Lesemarathon findet in der Woche ab dem 5. März 2026 in ganz Deutschland statt. Das 100. Jubiläum der Verleihung des Literaturnobelpreises an die Schriftstellerin ist ein guter Anlass, sich der Autorin und der sardischen Lebenswelt zu näheren und sie (wieder) zu entdecken. Im Mittelpunkt wird „Schilfrohr im Wind - Canne al vento“ stehen.

Bremen nimmt auch in 2026 teil, und zwar am 09. März, wie immer in der Stadtbibliothek Bremen. Thematische Einführung und Moderation in Bremen: Prof. Dr. phil. Elisabeth Arend (Universität Bremen, Transnationale Literaturwissenschaft)

Über den Lesemarathon: Der VDIG-Lesemarathon stellt seit 2015 Autor:innen in den Mittelpunkt, die maßgebliche Bedeutung für die italienische Sprache und Literatur haben und zu einer Wieder- und Neuentdeckung einladen. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der VDIG: Lesemarathon.

Als wissenschaftliche Beraterin konnte von der VDIG e.V. die Übersetzerin, Lektorin und Texterin Janina Vahl gewonnen werden. Janina Vahl hat Italienisch und Literaturwissenschaft studiert. Heute arbeitet sie als Übersetzerin mit Schwerpunkt auf sardischer Literatur. Mit ihrer Neuübertragung von Grazia Deleddas „Canne al vento“ ins Deutsche hat sie die Nobelpreisträgerin einem neuen Publikum erschlossen. Neben literarischen Projekten übersetzt sie Kultur- und Sachtexte und verbindet Genauigkeit mit sprachlicher Sensibilität.

Hier stimmt Janina Vahl auf den Lesemarathon 2026 ein:

Grazia Deledda: Warum?

Weil sich im Jahr 2026 das hundertste Jubiläum ihres Literaturnobelpreises jährt, den sie 1926 erhielt, bis heute als einzige italienische Frau. Doch, trotz ihrer ungebrochenen, brennenden Aktualität fristen ihr Leben und ihre Werke auch nach einem Jahrhundert ein Schattendasein. Es ist die Geschichte einer Frau, die schon damals dem realen Dorf eine Stimme verlieh: seinen Riten und Wunden, den Leidenschaften, die entzweien, und der Schönheit, die verweilt. Sie schrieb, durch Leid getragen, tastete sich Seite für Seite vor, auf der Suche nach einem weiteren Fragment ihrer selbst. So wie viele junge Menschen heute, die die Dörfer verlassen, um nach Berlin aufzubrechen. Müde des vertrauten Alltags, in dem die Großeltern vor Jesus knieten, zwischen Weihrauch und Beichten, während sie selbst sich vor Buddha verneigen, das OM murmeln und ihr Innerstes dem Psychologen anvertrauen. Dieses innere Chaos der Seele, das heute so allgegenwärtig ist, hatte Deledda längst durchlebt. Sie hat es am eigenen Leib erfahren und es in Geschichten verwandelt, die bis heute nachhallen. In ihrem Werk wird das reale Dorf Sardiniens zu einer universellen Metapher. Grenze und Herkunft zugleich, Verrat und Rettung, Enge und Quelle von Sinn. Und genau in dieser Spannung liegt ihre Größe, ihre Modernität, ihre Stimme, die nicht verstummt.

Darum Grazia Deledda.

Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Italienischen Republik Berlin

Eintritt / Anmeldung

Eintritt: frei

Anmeldung: einfach vorbeikommen. Nur wenn Sie mitlesen möchten, bitte rechtzeitig eine Email an tickets@benvenuti-italia.de senden